Baeza

Baeza

Baeza, die “glückliche Stadt”, blickt auf eine bewegende Vergangenheit zurück. Weniger schlechte und viel mehr gute Zeiten dominierten die Geschichte Baezas, deren kulturelles Erbe heute von unschätzbar hohem Wert ist. Neben Úbeda ist Baeza eines der größten Renaissance-Zentren in Andalusien, das auf einem Spaziergang durch die Innenstadt auf nahezu jedem Meter mit einem neuen Adelspalast überrascht.

Rückschläge und eine florierende Blütezeit

Die Römer bezeichneten die Stadt einst als „Beatia“, die „glückliche Stadt“. Unter der Bezeichnung „Biesa“ wandelte sich die westgotische Ortschaft zum Bischofssitz. Als Baeza ab 1158 von Mauren zurückerobert wurde, begründete der andalusische Ort für einige Zeit ein unabhängiges Reich. Allerdings hielt diese Unabhängigkeit nur bis zum Jahr 1227, dem Zeitpunkt der Eroberung durch Ferdinand III., an. Nachdem Baeza 1388 an die Krone übergegangen war, galt die Stadt für zwei Jahrhunderte als einer der Mittelpunkte des Kriegs um Granada. Nach dieser Zeit genoss Baeza während der Reconquista im 16. Jahrhundert seine Blütezeit. Der rege wirtschaftliche Aufschwung war eine logische Konsequenz all der Obst- und Gemüsegärten, Olivenhaine und Getreidefeldern, die in und um Baeza gediehen. Noch beeindruckender sind die kulturellen Erinnerungen an dieses Zeitalter, die die Anmut und Schönheit der Stadt bis heute versinnbildlichen. Ein Großteil der bis heute erhaltenen Kirchen und Paläste stammt aus dieser Zeit. Dem Reiz dieser Prachtbauten kann sich bis heute vermutlich niemand entziehen. Die große Bedeutung der Stadt in der damaligen Zeit unterstreicht ebenfalls die Universität, die Baeza 1542 erhielt.

Ein Freilichtmuseum in Form einer kleinen Stadt

Heute erinnern weite Teile des Stadtgebiets an ein großes Freilichtmuseum. Beeindruckende Sehenswürdigkeiten bereichern Ihre Sightseeingtour durch diese Stadt, die niemals zu schlafen scheint. Eine der fesselndsten Attraktionen ist das Rathaus Ayuntamiento, das einst als Gefängnis und Gerichtshof genutzt wurde. Das Ende des 16. Jahrhunderts entstandene Haus ist heute eines der schönsten Baudenkmäler von Baeza und basiert auf den Ideen des Architekten Vandelvira. Eine Augenweide auf der Fassade sind geschmückte Balkone und prachtvolle Wappen wie das Symbol von Philipp II. Laufen Sie weiter durch die Stadt, fällt Ihnen die Kathedrale de Santa Maria gewiss ins Auge. Die Basilika wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts an der Stelle einer einstigen Moschee erbaut und weist deutlich erkennbare Ähnlichkeiten zur Kirche von Jaén auf. Doch diese Gemeinsamkeiten waren von dem Erbauer Vandelvira bewusst gewollt. Das Portal „Puerta del Perdón“ ist eindeutig dem gotischen Baustil zuzuordnen. Der Teilabschnitt „Puerta de la Luna“ vereint maurische Stilelemente. Von unverkennbarer Schönheit ist der gotische Kreuzgang, an dessen südlicher Seite Ihnen drei Kapellen im Mudéjarstil ins Auge fallen. Lassen Sie den Anblick der Kapelle „Capilla del Sagrario“ auf sich wirken. Diese schmiedeeiserne Kanzel in sechseckiger Form ist ein Werk aus dem Jahr 1580. Die „Capilla Mayor“ verzaubert mit ihrem barocken Charme und einem großartigen Sterngewölbe.

Ein Sammelsurium an Sehenswürdigkeiten auf dem Plaza del Pópoulo

Vom Plaza del Pópoulo werden Sie Ihren Blick vermutlich nicht mehr lassen können. Die „gute Stube“ von Baeza ist ein beliebter Touristenmagnet, der von prachtvollen Bauwerken eingebettet wird. Lassen Sie Ihre Blicke auf dem liebevoll als „Plaza de los Leones“ bezeichneten Platz zum Antigua Carniceria schweifen. Heute sehen Sie diesem Renaissancebau aus dem 16. Jahrhundert seine einstige Funktion als Schlachthaus nicht mehr an. Doch das müssen Sie auch nicht, um im ersten Stock durch die Galerie zu schlendern oder das prunkvolle Wappen von Karl V. auf der Fassade in Augenschein zu nehmen. Ein furioser Blickfang am Plaza del Pópoulo ist außerdem die Casa del Pópulo aus dem 16. Jahrhundert, die hinter ihrer plataresken Fassade heute das Tourismusbüro verbirgt. Gehen Sie ruhig näher zum Löwenbrunnen mit seinen vier Raubkatzen. Erblicken Sie die Figur einer Frau in der Mitte des Brunnens? Es heißt, dass diese Statue die Frau von Hannibal namens „Imilce“ darstellt.

Interessante Kirchen und Paläste

Kathedrale von Baeza

Baeza, die glückliche Stadt, ist reich an kulturellen Schätzen. Ein weiter architektonischer Juwel ist die Kirche Iglesia de la Santa Cruz, die Sie vis-á-vis zum Palast von Jabalquinto erblicken. Dieses Gotteshaus ist in Andalusien eine echte Rarität. Nur wenige Bauwerke vereinen auf südspanischem Terrain romanische Stilelemente. Treten Sie auch in die Kirche ein, um die Fresken zu bewundern, die den Innenraum seit dem 15. Jahrhundert verzieren. Der gegenüber der Kirche gelegene Palast von Jabalquinto ist ein Unikat für sich. Der gotisch-isabellinische Fassadenschmuck dieses Palais aus der Cuesta de San Felipe ist auch einen zweiten und dritten Blick wert. Die Diamantquader und runde Strebepfeiler gehen an diesem Palast fließend in Stalaktiten-ähnliche Gebilde über. Erinnert der Hof des Gebäudes an den Stil der Renaissance, diente bei der Erbauung der großen Treppe eindeutig der Barock als architektonisches Vorbild.

Bei der Feria und den Wallfahrtsfeiern ist viel los

Das kulturelle Leben wird in Baeza von Veranstaltungen wie der Feria bestimmt. Wird Mitte August die Feria in der kleinen Stadt zelebriert, steht ganz Baeza Kopf. Gigantones, das sind große Figuren aus Pappmaché, belagern auf einmal ganze Straßenzüge. Auf dem Jahrmarkt wird gefeilscht, während das große Feuerwerk explosive Momente verspricht. Ebenso füllen sich die Straßen Baezas während der Semana Santa, die in der Woche vor Ostern würdig gefeiert wird. Zudem herrscht am 7. Oktober in der kleinen Ortschaft Ausnahmezustand. An diesem Tag lockt die Wallfahrt Romeria del Cristo de la Yedra Hunderte oder gar Tausende Menschen auf die Straßen, um die Reise der Madonnafigur der Virgen del Rosell zu verfolgen. Alle Teilnehmer dieses Fests zelebrieren diese „Reise“ gebührend, die in Baeza in der Kirche San Pablo beginnt und im Nachbarort La Yedra endet.

Dieser Wochenmarkt kann sich sehen lassen

Der Dienstag ist in Baeza ein fixer Termin für alle Schnäppchenjäger. Dienstags ist die Kleinstadt Schauplatz eines relativ großen Wochenmarktes, auf dem rund 200 fliegende Händler ihre Waren zum Verkauf anbieten. Von Olivenöl über Souvenirs bis hin zu frischem Obst und Gemüse – diesen Wochenmarkt verlässt vermutlich niemand mit leeren Händen. Mehrere Bars und Restaurants versüßen Ihnen ebenfalls den Aufenthalt in Baeza. Bei Tapas, spanischen Spezialitäten, nationalen Köstlichkeiten & Co. verlässt niemand diese Etablissements hungrig.

Tipps zur Anreise

Eine Flugreise in Richtung Baeza unternehmen Sie zu den Flughäfen in Sevilla oder Málaga. Ihre Suche nach dem nächstgelegenen RENFE-Bahnhof endet in Linares. Von hier aus pendeln Bahnen regelmäßig zwischen Madrid und Almeria oder Linares und Cadiz. Den RENFE-Bahnhof finden Sie am Plaza de las Palmeras rund 15 Kilometer außerhalb der Stadt. Verbindungen zum Zentrum bestehen durch Busse. Den Busbahnhof finden Sie in Baeza ebenfalls am Stadtrand in der Avenida Puche Pardos. Hier startende Busse verkehren regelmäßig nach Granada, Jaén oder Úbeda. Für eine Anfahrt mit dem Pkw orientieren Sie sich auf der Autobahn A-44 bei Jaén, um anschließend auf die A-316 zu wechseln. Reisen Sie aus nördlicher Richtung nach Baeza, fahren Sie von der Autobahn A-44 bei Bailén auf die A-32, N-322 sowie A-316.

Eine malerische Altstadt inmitten eines Olivenanbaugebietes

Eine Stadt wie keine! Baeza, der Geburtsort des Kirchenhistorikers Alfonso Chacón, ist äußerst reizvoll. Lieben Sie kleine andalusische Städte, für die Massentourismus ein Fremdwort ist, werden Sie diese Ortschaft sofort in Ihr Herz schließen. Lassen Sie sich von einer der vermutlich schönsten Altstädte Andalusiens verzaubern, die im Herzen eines großen Olivenanbaugebietes zu Hause ist. Baeza ist ein Paradies für Kulturenthusiasten, die der Geschichte Andalusiens auf die Spur geraten möchten.

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