Antequera

Antequera

Die 40.000-Seelen-Gemeinde Antequera versteckt sich im bergigen Hinterland der Provinz Málaga inmitten der fruchtbaren Hochebene des Rio Guadalhorce. Hier befindet sich das sonnenverwöhnte weiße Städtchen, das eine lange Geschichte erzählt. Fast könnte man meinen, dass diese geschichtsträchtige Ortschaft eine der wichtigsten Städte in Andalusien ist. Aber wieso?

Ein Sammelsurium an Kulturgütern

Die Geschichte Antequeras ist noch interessanter und faszinierender als die von anderen andalusischen Städten. Ein Indiz für die große historische Bedeutung von Antequera ist, dass sich 80 Prozent aller Kunstschätze Málagas auf dem Terrain der Stadt befinden. Ein besonders imposanter Zeitzeuge sind die Dolmen von Menga. Doch nicht nur diese Artefakte berichten von einer bewegten Vergangenheit. Alles begann im Jahr 716, als Antequera von Muslimen erobert wurde. An die Zeit, zu der die Kalifen über das Stadtgebiet bestimmten, erinnern bis heute mehrere Befestigungsanlagen und andere kulturhistorische Bauten der Stadt. Die Christen eroberten das Stadtgebiet im Jahr 1412 durch Unterstützung des spanischen Königs Ferdinand zurück. Doch die eigentliche Blütezeit Antequeras begann erst im 15. und 16. Jahrhundert. Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage von Antequera nutzte der Klerus die Stadt zur Missionierung der muslimischen Bevölkerung. Während dieser Zeit wurden im „Herz von Andalusien“ über 32 Kirchen und Klöster erbaut: eine Zahl, die bis heute in Andalusien rekordverdächtig ist. Zudem ließen sich nach der Kolonialzeit zahlreiche Adlige in Antequeras nieder und ließen in der Stadt ihre Paläste errichten.

Boomender Tourismus im „Herz von Andalusien“

Die florierende Zeit gehörte spätestens im 18. und 19. Jahrhundert der Vergangenheit an. Ein wichtiger Grund für diese Negativentwicklung war der Niedergang Spaniens als Kolonialmacht. Erst im 20. Jahrhundert erhielt das Städtchen einen erneuten Aufschwung und profiliert sich seitdem als Urlaubsparadies für Sonnenanbeter mit einem ungeahnten Reichtum an kulturhistorischen Schätzen.

Liebevoll gepflegte historische Bauwerke

Die Klöster und Kirchen kennzeichnen das Stadtbild von Antequera. Eine weitere Besonderheit sind all die gut erhaltenen und gepflegten historischen Bauten, die überall zu finden sind. Das bedeutungsvollste sakrale Bauwerk ist eine gelungene Kombination aus Renaissance und Spätgotik. Diese Sehenswürdigkeit, die Real Colegiata de Santa Maria la Mayor, ist aus dem Jahr 1550 und mittlerweile zum Nationaldenkmal deklariert worden. Vor dem Gotteshaus erinnert ein Denkmal an den spanischen Gelehrten Pedro Espinosa, der einst im 17. Jahrhundert die „Schule der Dichter“ ins Leben rief. Seitdem trägt die Stadt den Spitznamen „andalusisches Athen“. Ein weiterer faszinierender Kirchbau ist die Kirche Real Colegiata de San Sebastián, die ursprünglich 1549 empor gerichtet wurde. Das Markenzeichen dieses Gotteshauses ist der zu Beginn des 18. Jahrhunderts nachträglich hinzugefügte 60 Meter hohe Turm, der in seinem Innenraum Kirchenschätze aus Silber und historische Wandmalereien verbirgt.

Festungen, Paläste und Stadttore

Festung Alcazaba de Antequera

Die oberhalb der Stadt thronende Festung Alcazaba de Antequera ist ein Werk maurischer Herrscher, die die Mauer im 14. Jahrhundert als Schutz vor den Christen erbauten. Doch die Alcazaba de Antequera ist nicht irgendeine Festung, sondern die zweitgrößte in Andalusien. Vermutlich können Sie sich bei einem Besuch im Herzen der Stadt nur schwer entscheiden, welcher der drei Paläste Ihnen am besten gefällt. Der Palacio de Nájera, der Palacio del Marqués de Villadarias sowie der Palacio de las Escalonias sind allesamt Prachtbauten, die mittlerweile zum Teil als Kulturdenkmal auserkoren wurden. Zusätzlich vereint Antequera zwei Stadtmauertore auf seinem Terrain, die verschiedener kaum sein könnten. Das ältere Exemplar stammt aus dem Jahr 1585 und wird von historischen Inschriften zu ehemaligen römischen Siedlungen aus den Regionen Anticaria, Singilia, Nescania und Osqua verziert. Besonderes Merkmal ist der Torso einer römischen Herkulesstatue, die über dem Tor wacht. Das zweite Stadttor ist ein Werk aus dem Jahr 1749, das mit rotem Kalkstein die Blicke auf sich zieht. Händler und Reisende aus Sevilla durchschritten ihrerseits dieses Tor, das in den 1990er Jahren anlässlich des 250. Jubiläums des örtlichen Volksfestes „Real Feria de Agosto“ wieder neu erbaut wurde.

Feste feiern – rund um die Uhr

Antequera ist eine Stadt, deren Einwohner es verstehen, große Feste zu feiern. Ein Beispiel für deren Lebensfreude ist dieses Volksfest, bei dem es einmal im Jahr im August keine Gäste mehr auf den Stühlen hält. Dieses Volksfest wird in Antequera seit 1748 gefeiert und hält die Stadt zu jeder Tages- und Nachtzeit in Atem. Bei der Tages-Feria feiern Einheimische und Auswärtige an den Tagen in den Bars von Antequera, um es sich bei musikalischen Programmen richtig schmecken zu lassen. In den Abendstunden und des Nachts treffen Feierwütige auf dem Volksfestgelände aufeinander, um in unterschiedlichen Hütten bis in die Morgenstunden zu feiern und das Stadtzentrum in einen einzigen großen Rummelplatz zu verwandeln. Feinschmecker sollten sich den 20. bis 25. Oktober vormerken. In diesem Zeitraum wird in jedem Jahr eine große Meeresfrüchte-Lebensmittelmesse am Paseo Real veranstaltet. Die Käsemesse ist ein Highlight für jeden Gourmet und lockt Liebhaber des guten Geschmacks im November zum Plaza San Francisco.

Tierische Events und musikalische Klänge

Tierische Freude kommt in Antequera beim Landwirtschaftsfest auf, das in jedem Jahr ab Juni auf dem Volksfestgelände Parque Norte gefeiert wird. Bei diesem Event werden nicht nur Ziegen an den Höchstbietenden versteigert. Es ist ein Spaß für alle Besucher, den anmutigen Vierbeinern bei spannenden Pferdewettbewerben zuzuschauen oder sich von der Ausstellung von Landwirtschaftsfahrzeugen inspirieren zu lassen. Andere Töne schlägt das Antequera Blues Festival an, das seit 1988 einmal im Jahr im Juli aufgeführt wird. Im Rahmen dieser Musikveranstaltung geben Musiker auf historischen Plätzen wie dem Plaza del Escribano in der Festung Alcazaba de Antequera ihr Können zum Besten.

Freizeitmöglichkeiten in Antequera

Der Wunsch von einer Reise in die Vergangenheit geht bei den imponierenden prähistorischen Megalithanlagen de Vierra und de Menga am nördlichen Stadtrand für Sie in Erfüllung. Ein beliebtes Ausflugsziel ist der 1.170 Hektar große Naturpark namens Paraje Natural de El Torcal, der nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt ist. Am Parkplatz dieses Naturparks steht ein Parkplatz für Sie bereit, in dessen Besucherzentrum Sie ein kleines Museum vorfinden. Diese Ausstellung informiert Sie über die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Geologie der Region. Vergessen Sie nicht den Wanderstock, um dem grün markierten Wanderweg bis zum Aussichtspunkt Torca de la Maceta zu folgen. Der gelb markierte Wanderweg führt Sie direkt bis zum Aussichtspunkt Las Ventanillas. Halten Sie an diesem Ort kurz inne, um den phänomenalen Panoramablick in Richtung Villanueva de la Concepción zu genießen. Im Hallenbad von Antequera können Sie verregnete Tage dennoch im feuchten Element verbringen. Wollten Sie schon immer erleben, wie enthusiastisch die Einheimischen Ihre Hand- und Fußballmannschaften anfeuern? Dann schauen Sie bei einem Heimspiel des Handballvereins Club Balonmano Antequera oder im Fußballstadion Estadio El Mauli vorbei!

Aus allen Himmelsrichtungen erreichbar

Weil Antequera in der südlichen Mitte von Andalusien zu Hause ist, erreichen Sie die Stadt problemlos aus allen Himmelsrichtungen. Eine Anfahrt mit dem Zug ist über die zentrale Station Estación de Antequera, die Estación de Antequera Santa-Ana mit einer Anschlussverbindung ans Hochgeschwindigkeitsnetz AVE sowie die Estación de Bobadilla mit einer Distanz von 16 Kilometern möglich. Tägliche Zugverbindungen nutzen Sie beispielsweise in Richtung Málaga, Córdoba, Madrid, Barcelona, Ronda oder Zaragoza. Der Nahverkehr ermöglicht Ihnen Fahrten in die Großstädte Sevilla, Almeria, Algeciras oder Granada. Die Nachbargemeinden Campillos, Teba, Loja oder Montilla bedient der Nahverkehr ebenfalls regelmäßig. Eine Anreise mit dem Auto gestaltet sich über die Autovia de Malaga A-45, Autovia Jerez-Cartagena A-384, Autovia Sevilla-Tabernas A-92 sowie die Regionalstraßen 102 und 160 problemlos. Straßenanbindungen bestehen in weitere Städte wie Mollina, Humilladero, Benameji, Casabermaja oder Ronda.

Hier gibt’s Geschichte zum Anfassen

Eine Stadt wie Antequera bietet Geschichte zum Anfassen. Jedes einzelne Bauwerk von Antequera ist ein Kunstwerk für sich. Beeindruckend sind all die Kirchbauten und Stadttore, die die Historie der Stadt bis heute neu aufleben lassen. In Antequera wird Kultur gelebt: davon können Sie sich in dieser geschichtsträchtigen Stadt selbst überzeugen. Suchen Sie ein klassisches Reiseziel für den Badeurlaub, werden Sie womöglich enttäuscht. Die Heimat namhafter Größen wie Schauspielerin Kiti Manver oder des Profifußballers „Chuzo“ Antonio González ist so bunt und vielfältig wie all ihre Sehenswürdigkeiten und Feste. Auch Naturliebhaber werden diese Region in ihr Herz schließen.

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