Algeciras

Algeciras

In der andalusischen Stadt Algeciras verbringen die meisten Urlauber nur wenige Stunden. Durch ihre Lage an der Straße von Gibraltar wird die Hafen- und Industriestadt von ihren meisten Besuchern nur als Zwischenstation genutzt. Allerdings ist die pulsierende Stadt für einen kurzen Zwischenstopp viel zu schön. Imposante Bauwerke und Denkmäler sowie paradiesisch anmutende Strände rechtfertigen auch einen längeren Aufenthalt in der andalusischen Perle.

Algeciras – die „grüne Insel“?

Man muss schon der arabischen Sprache mächtig sein, um zu verstehen, was der Name „Algeciras“ bedeutet. Diese Bezeichnung ist eine Ableitung des Ortsnamens „al-Dschasira al-Chadra“, die mit den klangvollen Worten „grüne Insel“ übersetzt wird. Erste Spuren von Menschen wurden in Algeciras im Jahr 711 verzeichnet. Damals siedelten sich Mauren in diesem Teil Andalusiens an und bauten ihre Machtstellung bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts aus. Im Jahr 1344 wendete sich das Schicksal für die Mauren zum Negativen, als Alfons XI. von Kastilien die Oberhand gewann. Ein weiteres schicksalsträchtiges Jahr für Algeciras war 1801. Damals wurden im Juli auf dem Stadtgebiet gleich zwei Seegefechte ausgetragen. Während des ersten Kampfes gingen Franzosen als Sieger über die Engländer hervor. Das Blatt wendete sich nur sechs Tage später, als die französisch-spanische Flotte am 12. Juli von England besiegt wurde.

Hier befindet sich einer der am häufigsten frequentierten Häfen der Welt

Auf den ersten Blick wird deutlich, weshalb so viele Besucher den Boden von Algeciras zumindest für wenige Momente oder einige Stunden betreten. Algeciras ist eine moderne am Mittelmeer gelegene Hafenstadt, die heute einen der am meisten frequentierten Häfen weltweit beherbergt. Aufgrund der strategisch bedeutsamen Lage ist die Stadt an einer der am meisten beschifften Wasserstraßen der Welt zu Hause. Dieser große Hafen ist eine Attraktion für sich und wird für den Personenverkehr in Algeciras dringend benötigt. Regelmäßig brechen Hunderte oder gar Tausende von Reisenden auf, um mit einem Schiff das Ufer die spanische Enklave Ceuta oder das marokkanische Tanger-Med auf afrikanischem Boden zu erreichen. Insbesondere in den Sommermonaten pendeln unzählige Arbeitsimmigranten aus Marokko zwischen ihren Familien und Arbeitsstätten umher. Für einige Zeit bestand sogar eine Fährverbindung in Richtung Gibraltar.

Archäologische Funde in Strandnähe

Kulturell überrascht die südlichste Großstadt des Landes mit einer Vielzahl an Attraktionen. Das „Tor nach Afrika“ beherbergt eine Vielzahl archäologischer Funde, die von dem bewegten Leben der vergangenen Jahrhunderte zeugen. Nur wenige Meter vom Strand Playa de El Rinconcillo entfernt, befinden sich Artefakte von zwei über 2.000 Jahre alten und bis heute gut erhaltenen Brennöfen für die Keramikproduktion. Diese Öfen wurden 1966 von einem Archäologen namens Manuel Sotomayor Muro gefunden. Es dauerte nur drei Jahre, bis diese Fundstätte zum nationalen Kulturgut deklariert wurde. Heute ist bekannt, dass diese Produktionsstätte einst der römischen Werkstatt Portus Albus angehörte. Diese Fertigungsstätte sorgte zusammen mit anderen antiken Stätten wie Iulia Traducta die Grundlage für den ersten wirtschaftlichen Aufschwung von Algeciras. Bis heute werden Ausgrabungen in dem Gebiet kontinuierlich fortgesetzt.

Villa Vieja: Das Freilichtmuseum von Algeciras

Der in Algeciras zentral gelegene Stadtteil Villa Vieja ähnelt auf jedem Meter einem Freilichtmuseum. Hier knüpft ein historisches Relikt ans nächste an. Die Ausgrabungsstätte Huerta de Carmen aus dem Zeitraum vom 10. bis 14. Jahrhundert verbirgt mit einer historischen römischen Salzfabrik aus dem 1. Jahrhundert ein besonderes Juwel. Vermutlich wurde diese Fabrik auf der ganzen Iberischen Halbinsel bis ins 5. Jahrhundert hinein regelmäßig genutzt. Eine weitere Sehenswürdigkeit in Villa Vieja sind Überreste der einstigen Moschee Mezquita Aljama aus dem 8. Jahrhundert. Überbleibsel islamischer Architektur befinden sich bis heute im Garten des Hotels Reina Cristina. An diesem Ort, der einstigen Übernachtungsstätte von Persönlichkeiten wie Orson Welles oder Winston Churchill, fand 1906 die internationale und wegweisende Konferenz von Algeciras statt.

Vom Wasserspender zum Wahrzeichen

Ein Artefakt aus dem 18. Jahrhundert ist das Aquädukt von Algeciras. Von 1777 bis 1783 auf die Beine gebracht, diente der Bau der Versorgung der Einwohner von Algeciras mit Wasser. Das Aquädukt erstreckt sich über die beiden Stadtbezirke El Cobre und La Bajadilla und ist heute eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Nach der Jahrtausendwende wurden einige Bereiche des Aquädukts umfassend saniert. Ein weiteres sehenswertes Ausflugsziel in Algeciras ist der 6.000 Quadratmeter große archäologische Park in der Nähe des Stadtviertels Villa Nueva. Diese Anlage in der Avenida Blas enthält Funde von Ausgrabungen aus den 1990er Jahren. Mehrere Befestigungsanlagen, Überbleibsel von Gräbern und Türmen und Ruinen von Mauern aus der maurischen Zeit ziehen die Blicke in dem Park magisch an. Das direkt neben dem Park eröffnete Regionalmuseum widmet sich der historischen Siedlung Al-Dschasira Al-Chadra – der Bezeichnung für Algecira vom 10. bis 14. Jahrhundert.

Musik und Delikatessen auf dem königlichen Jahrmarkt

Die bekannteste und bedeutendste Veranstaltung in Algeciras ist der königliche Jahrmarkt. Steht die Stadt im Zeichen der „Feria Real“, strömen Andalusier aus der gesamten Provinz Cádiz in das Multi-Kulti-Zentrum. Während es an vielen Ständen des Jahrmarkts verführerisch nach regionalen Speisen duftet, ertönt aus großen Partyzelten laute Musik. Die Verkaufsausstellung von Retinto-Rindern und die Stierkampfwoche sind beliebte Events mit tierischem Spaßfaktor.

Strände, Promenaden und Shoppingparadiese

Für Sonnenanbeter sind der große Playa de El Rinconcillo und der Playa de la Choncha die Ausflugsziele Nummer eins. Die zwei zentral gelegenen Strandabschnitte laden zum Sonnenbad an gepflegten Küstengebieten ein. Weitere Strände wie der kleine Sandstreifen vor den Klippen von Cala Arenas im El Estrecho Natural Park in der Nähe von Punta Canero, der zweigeteilte Playa de Getares sowie die Miniküste des Playa de El Chinarral am südlichen Teil des Yachthafens sind ebenfalls einen Abstecher wert. Die schönsten Grünanlagen wie der Parque de las Acacias, Parque Maria Cristina und Parque del Centenario sind wie für einen Spaziergang geschaffen. Die Promenade von Algeciras ist die ideale Flaniermeile der Stadt und gibt den Blick auf die Containerhafeninsel, den Stadtpark Paseo Cornisa und den Playa del Barranco frei. Mehrere Kinderspielplätze und Sportanlagen begeistern vor allem die jüngsten Generationen. Weiterhin ist Algeciras ein heißes Pflaster für Schnäppchenjäger, die im Marktgebäude Mercado de Abastos de Algeciras und am Plaza Alta gewiss den einen oder anderen Euro an den Mann bringen.

Eine Anreise mit dem Auto, Flugzeug, Bus, Bahn und Schiff

Für eine Anreise mit dem Auto ist die A7 eine gute Wahl. Diese Straße verläuft von Algeciras über Städte wie Málaga, Alicante oder Valencia. Alternativ steht Ihnen die N340 zur Verfügung, die sich über Tarifa erstreckt und daraufhin an der Küste bis nach Cádiz führt. Für Flugreisende aus Großbritannien ist der Flughafen von Gibraltar ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Weitere Flughäfen in Jerez de la Frontera sowie Málaga kommen ebenfalls für eine Anreise in Frage. Bevorzugen Sie Fahrten mit der Bahn, sind der Eisenbahnknotenpunkt Bobadilla und die Bahnstrecke über Ronda potentielle Anreisestationen. Für Busfahrten sollten Sie sich zum zentralen Busbahnhof am Bahnhof begeben. Weiterhin profitieren Sie von der guten Anbindung von Algeciras an die Wasserwege. Regelmäßige Fährverbindungen bestehen nach Ceuta und Tanger-Med in Afrika.

Ein Reisetraum für Familien und Individualurlauber

In einer Stadt wie Algeciras steht die Zeit niemals still. Die Multi-Kulti-Stadt beeindruckt als kulturelles Zentrum. Wirtschaftlich hat sich der Touristenmagnet als einer der wichtigsten Güterumschlagsplätze für den Seeverkehr in Spanien etabliert. Dennoch ist die andalusische Stadt für einen Urlaub mit Jugendlichen nur bedingt geeignet. Algeciras ist ein Urlaubsort, der Reiseträume von Familien erfüllt und an dem für Kulturinteressierte keine Langeweile aufkommt. Zudem hat Algeciras alles, wovon die meisten Individualurlauber träumen.

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