Linares

Über 1.000 Kilometer Wanderwege beherbergt die Sierra de Aracena in Andalusiens Nordwesten; paradiesische Zustände für Freunde des leichten bis mittelschweren Trekkings und Qual der Wahl zugleich, denn wo soll man hin?

Alles abwandern kann man in einem einzigen Andalusien Urlaub sicher nicht. Unser Tipp, auch als Einstieg brauchbar, ist die Tour von Linares de la Sierra nach Aracena und zurück. Die etwa zwölf Kilometer sind einfach zu bewältigen, und selbst, wer sich ausgiebig Zeit für Landschaft und Rast nimmt, braucht kaum länger als fünf Stunden.

Zwischen Kork- und Steineichen

Linares liegt etwa 50 Kilometer östlich der portugiesischen Grenze, 100 Kilometer nordwestlich von Sevilla. Vom östlichen Ortsrand aus, hinter dem letzten Haus rechts, führt ein kleiner Pflasterweg nach rechts, und schon findet man sich zwischen Kork- und Steineichen sowie Olivenhainen wieder. Auch Kastanien wachsen hier, und weil die Böden nicht besonders fruchtbar sind, ist die Gegend im Prinzip in ihrem Urzustand belassen worden. Die wunderschöne und hügelige Landschaft immer im Blick, folgt man anschließend einem Wasserlauf, bis es am zweiten Feldweg nach rechts abgeht. Auf diesem Feldweg, der nun bald zu einem breiteren Wanderweg wird, hält man sich im Folgenden, während die Umgebung unverändert toll anzusehen bleibt.

Bildhübscher Ort in den Bergen der Sierra de Aracena

Burg von Aracena

Meist führt der Weg durch regelrechte Alleen, die die alten Eichen hier bilden, und das hat den Vorteil, dass man selten der prallen Sonne ausgesetzt ist. Nach etwa zwei Stunden leichter Wanderung kommen schon die ersten Häuser von Aracena ins Blickfeld, rechts beherrscht die Burg dieses bildhübschen Ortes in den Bergen der Sierra de Aracena. Das Städtchen wird gern auch als die Hauptstadt dieses Gebirgszuges bezeichnet, aber die eigentliche Attraktion ist die etwa 100 Meter tief in die Erde hineinragende Tropfsteinhöhle Gruta de las Maravillas, die man vom Ortseingang aus betreten kann. Auch die von Templern im 13. Jahrhundert erbaute Iglesia del Castillo – die Schlosskirche – ist sehenswert.

Damit der Rückweg nicht langweilt, nimmt am besten eine andere Route, die etwas südlicher verläuft als der Hinweg. Auch hier geht es zunächst durch Korkeichenwäldchen, mehrere Tore gilt es zu passieren, bevor man zu einem Bachlauf gelangt; hier geht es nach links und kurz darauf an einer kleinen Siedlung wieder nach rechts. Dann wieder links und rechts, erst den Berg hinunter, bevor es durch einen Eichenhain wieder aufwärts geht, bis zu Las Deshadillas, einem kleinen Pfad, der sich durch die Wälder schlängelt. Kurz darauf kommen die ersten Häuser von Linares de la Sierra in Sicht.

Die kunstvoll geschmiedeten gusseisernen Balkone

Linares selbst ist ein kleines Dorf in den Bergen mit gerade mal knapp 400 Einwohnern, die noch heute hauptsächlich vom Öl leben, das die Olivenbäume der Umgebung hergeben. Die Pflasterung der Straßen und die kunstvoll geschmiedeten gusseisernen Balkone geben Zeugnis davon, dass Linares einstmals ziemlich reich war. Die weißgetünchten Häuser und die schmalen Gassen verleihen dem Örtchen den typischen Charme Andalusiens. Wer in der Gegend übernachten möchte, tut sich allerdings in Aracena leichter, eine Unterkunft zu bekommen.

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