Maurische Ornamente der Kathedrale in Sevilla

Andalusien, die sonnige Region im Süden Spaniens, lockt nicht nur mit Traumstränden und Tapas, sondern auch mit einer wechselvollen und faszinierenden Geschichte. Jahrhundertelang war Andalusien in maurischer Hand, die Spuren dieser Herrschaft sind bis heute in eindrucksvollen architektonischen Zeugnissen sichtbar. Andalusiens maurisches Erbe zu entdecken heißt, in eine vergangene Zeit kultureller Blüte zu reisen. Drei Städte dürfen bei einer solchen Reise nicht fehlen: Granada, Sevilla und Córdoba.

 

Granada: Wie aus tausendundeiner Nacht

Granada

Gelegen vor der Kulisse der Sierra Nevada ist Granada schon landschaftlich ein Erlebnis, doch den Höhepunkt eines jeden Besuchs bildet ganz eindeutig die Alhambra, »die Rote«, eine von den Mauren errichtete Festung, deren Ursprung wohl auf das 9. Jahrhundert zurückgeht. Ein Spaziergang durch das Innere der Alhambra gemahnt geradewegs an den Zauber orientalischer Märchen: Hinter den trutzigen Mauern warten die eleganten Nasridenpaläste mit Arabeskenverzierungen und filigranen Säulen, weitläufige Gartenanlagen und verspielte Springbrunnen. Boabdil, der letzte maurische Herrscher von Granada, soll 1492 auch deshalb kampflos vor den Spaniern kapituliert haben, weil er die Schönheit der Alhambra nicht der Zerstörung preisgeben wollte. Bei der Besichtigung der Alhambra ist zwischen zwei Zeitblöcken zu wählen: von 8:30 bis 14:00 oder von 14:00 bis 20:00 Uhr. Aufgrund des hohen Andrangs — die Alhambra gehört auch zum UNESCO-Weltkulturerbe — empfiehlt es sich, die Eintrittskarten vorab online zu kaufen. Vor oder nach der Besichtigung lohnt auch ein Spaziergang im Albaicín, dem maurischen Viertel Granadas, das nicht nur mit reizvollen Souvenirs lockt, sondern auch einem sehr guten Blick auf die Mauern der Alhambra.

Sevilla: Orangenblüten und Heckenlabyrinthe

Sevilla

In Sevilla, der Hauptstadt Andalusiens, ist das Zusammenspiel von Christentum und Islam lebendig: Die beeindruckende Kathedrale von Sevilla ist direkt über einer einstigen maurischen Moschee erbaut — ihre Fundamente sind daher gen Mekka ausgerichtet. Der emblematische Glockenturm, die Giralda, war denn auch einst das Minarett der Moschee. Maurische Ornamente finden sich noch am Westportal mit dem malerischen Orangenhof. Die Kathedrale von Sevilla ist die größte gotische Kirche der Welt und beherbergt außerdem den Sarkophag des Entdeckungsfahrers Kolumbus. In unmittelbarer Nähe der Kathedrale befindet sich der ebenfalls einst maurische Königspalast Alcázar, der bei Besuchen der spanischen Königsfamilie bis heute als deren Residenz genutzt wird. Unbedingt sehenswert sind die Gartenanlagen, wobei das charmante Heckenlabyrinth erst im frühen 20. Jahrhundert angelegt wurde. Sevilla eignet sich besonders gut als Ausgangspunkt für eine Andalusienreise, da zum hiesigen Flughafen von Deutschland aus zahlreiche gute Verbindungen bestehen.

Córdoba: Der Ort der tausend Säulen

Mezquita in Cordóba

Auch die Kathedrale von Córdoba, Andalusiens drittgrößter Stadt, geht auf eine maurische Moschee zurück. Sie ist im Spanischen bis heute nicht nur als »catedral«, sondern auch als »mezquita«, also Moschee, bekannt. Ihr architektonisches Erbe könnte kaum deutlicher sein: Die weitläufige Gebetshalle ist von einer Vielzahl maurischer Rundbögen geprägt, die auf insgesamt 856 schlanken Säulen ruhen. Im 13. Jahrhundert wurde die damalige Moschee — selbst auf den Fundamenten einer frühchristlichen Kathedrale errichtet — zu einer Kirche umgewidmet, wobei zunächst nur kleinere Änderungen, später über die Jahrhunderte dann größere Umbauten vorgenommen wurden. So wurden im Mittelteil der Gebetshalle Säulen entfernt, um die Kirche direkt in die Moschee hineinzubauen. Mit einer Vorabreservierung ist es übrigens möglich, in kleineren Gruppen an einer nächtlichen Führung durch die Mezquita teilzunehmen. Tagsüber gibt es zudem die Möglichkeit, die Mezquita gratis zu besichtigen, wobei allerdings auf eine Gruppenführung verzichtet werden muss.

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