Es soll in Europa tatsächlich jede Menge Leute geben, die überrascht sind, wenn sie erfahren, dass Pablo Picasso, der wohl berühmteste Maler der Neuzeit, gar kein Franzose gewesen sein soll.

Dabei verrät es ja im Prinzip schon der Name, der spanischer kaum sein könnte: Picasso war Spanier, genauer gesagt Andalusier. Und noch genauer gesagt, war er direkt aus Málaga. Dass er heutzutage bei vielen als waschechter Franzose gilt, mag dem Umstand zu verdanken sein, dass Picasso schon 1904, also mit 23 Jahren, seiner Heimat endgültig den Rücken gekehrt und sich in Paris niedergelassen hat. Später wohnte er auch in anderen Orten, u. a. erwarb Picasso im Jahr 1958 das Schloss Vauvenargues bei Aix-en-Provence (Departement Bouches-du-Rhône, Region Provence-Alpes-Côte d’Azur). Picasso wurde knapp 92 Jahre alt (1881 bis 1973), und seit einigen Jahren widmet die Stadt Málaga ihrem wohl berühmtesten Sohn ein Denkmal in Form eines Museums.

Die Ausstellung im Museo Picasso ist im Palacio de los Condes de Buenavista untergebracht, nur ein wenig nördlich der Kathedrale. Der Palacio allein ist schon toll anzusehen, er wurde im 16. Jahrhundert im Renaissancestil des Mudéjar errichtet. Im Jahr 1997, 26 Jahre nach dem Tod des Künstlers, kaufte die andalusische Regierung den Palast mit der Intention, hier ein Museum einzurichten, das nur die Werke des Mannes aus Málaga ausstellen sollte. Zunächst wurde eine Stiftung gegründet, und die Erben Picassos willigten ein, dieser Stiftung die für das Museum gedachten Werke des Multitalents für 50 Jahre zu überlassen. Allerdings mussten zuvor noch Umbauten am Palacio de los Condes de Buenavista vorgenommen werden. Zusätzlich zu den Räumlichkeiten für die Exponate errichtete man eine Bibliothek, ein Dokumentationszentrum, ein Schulungszentrum und ein Auditorium. Eröffnet wurde das Museo Picasso schließlich am 27. Oktober 2003, fast auf den Tag genau 122 Jahre nach Picassos Geburt. Heute sind es mehr als 200 von Picassos Werken, darunter sowohl Gemälde als auch Skulpturen, Stiche, Zeichnungen und Keramiken aus allen Schaffensperioden des Künstlers, die im Museum ausgestellt werden.

Wer sich für die Besiedlungsgeschichte der Region um Málaga interessiert, kann vom Untergeschoss des Palacio zudem einen Abstieg in die Katakomben der Stadt wagen, die bereits von den Phöniziern angelegt und später von den Römern optimiert worden sind. Das Museum hat dienstags, donnerstags und sonntags von 10 bis 20 Uhr sowie freitags und samstags von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Nicht weit davon entfernt befindet sich im Übrigen das Geburtshaus von Pablo Picasso.

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